Achtung Ansteckend! Achtung Diskriminierend!

Die Liberalen Schwulen und Lesben Mitteldeutschland fordern die Abschaffung der Kennzeichnung „ANST“ oder anderer Formen der Markierung von HIV-Positiven in den Polizeiinformationssystemem.

Alleine die Bezeichnung „Ansteckend“ zeugt davon, dass diese Ma├čnahme nicht von wissenschaftlichen Grundlagen gepr├Ągt ist. Mithilfe der zur Verf├╝gung stehenden Therapien kann bei HIV-Infizierten die Viruslast so stark gesenkt werden, dass nicht mehr von einer Ansteckungsgefahr auszugehen ist.

Bei den Betroffenen, deren Viruslast noch nicht unter der Nachweisgrenze liegt, k├Ânnen sich die Polizeibeamten auch durch die standardm├Ą├čigen Hygienema├čnahmen vor dem Kontakt mit K├Ârperfl├╝ssigkeiten und somit einer Infektionsgefahr sch├╝tzen. Den seltenen F├Ąllen von etwaigen Restrisiken kann mit HIV-Schnelltests und der Postexpositionsprophylaxe begegnet werden.

Das Einzige, was durch die Kennzeichnung HIV-Positiver definitiv erreicht werden kann, ist die Diskriminierung der Betroffenen. Diese gilt es nicht zu minimieren sondern zu vermeiden! Sofern eine arbeitsschutzrechtliche Gef├Ąhrdungsanalyse ein Infektionsrisiko ergeben, sind zun├Ąchst Ma├čnahmen zu treffen, die nicht in die Pers├Ânlichkeitsrechte Dritter eingreifen. Dies k├Ânnen zum Beispiel Hygieneschulungen und -vorschriften ├Ąhnlich dem Gesundheitswesen sein. Eine Brandmarkung HIV-Positiver ist jedoch nicht verh├Ąltnism├Ą├čig.